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Regression
Autor: Dr. Mathias Jesussek
Aktualisiert:
Die Regression ist eine statistische Methode, die es ermöglicht, Beziehungen zwischen einer abhängigen und einer oder mehreren unabhängigen Variablen zu modellieren.
Eine Regressionsanalyse dient somit dazu, ausgehend von einer oder mehreren Variablen auf eine weitere Variable zu schließen bzw. diese vorherzusagen.
Dich könnte zum Beispiel interessieren, welche Faktoren mit dem Gehalt einer Person zusammenhängen. Hierfür könntest du z.B. den höchsten Bildungsabschluss, die wöchentliche Arbeitszeit und das Alter einer Person heranziehen.
In weiterer Folge könntest du nun untersuchen, wie diese drei Variablen mit dem Gehalt einer Person zusammenhängen. Wenn das Modell ausreichend gut vorhersagt, kannst du das Gehalt vorhersagen, wenn dir der höchste Bildungsabschluss, die wöchentliche Arbeitszeit und das Alter einer Person bekannt sind.
Was sind abhängige und unabhängige Variablen?
Die Variable, auf die geschlossen werden soll, wird als abhängige Variable (Kriterium) bezeichnet. Die Variablen, die zur Vorhersage herangezogen werden, heißen unabhängige Variablen (Prädiktoren).
Im oberen Beispiel ist demnach das Gehalt die abhängige Variable und der höchste Bildungsabschluss, die wöchentliche Arbeitszeit und das Alter stellen die unabhängigen Variablen dar.
Wann verwende ich eine Regressionsanalyse?
Mit der Regressionsanalyse können zwei Ziele verfolgt werden: Einerseits kann der Zusammenhang einer oder mehrerer Variablen mit einer weiteren Variable untersucht werden. Andererseits kann die Regression zur Vorhersage einer Variable durch eine oder mehrere andere Variablen verwendet werden. Zum Beispiel:
1) Untersuchung des Zusammenhangs einer oder mehrerer Variablen mit einer weiteren Variable
- Welche Variablen hängen mit der Konzentrationsfähigkeit von Kindern zusammen?
- Wie hängen das Bildungsniveau der Eltern und der Wohnort mit dem zukünftigen Bildungsniveau der Kinder zusammen?
2) Vorhersage einer Variable durch eine oder mehrere andere Variablen
- Wie lange bleibt ein Patient im Krankenhaus?
- Welches Produkt kauft eine Person am ehesten in einem Online-Shop?
Die Regressionsanalyse gibt Aufschluss darüber, wie sich der erwartete Wert der abhängigen Variable mit einer unabhängigen Variable verändert. Eine kausale Wirkung folgt daraus nicht automatisch.
Formen der Regressionsanalyse
Regressionsanalysen werden in einfache lineare Regression, multiple lineare Regression und logistische Regression unterteilt. Welche Regressionsanalyse zum Einsatz kommt, ergibt sich einerseits durch die Anzahl der unabhängigen Variablen und andererseits durch das Skalenniveau der abhängigen Variable.
| Anzahl unabhängiger Variablen |
Skalenniveau abhängige Variable |
Skalenniveau unabhängige Variable |
|
| Einfache lineare Regression | eine | metrisch | metrisch, ordinal, nominal |
| Multiple lineare Regression | mehrere | metrisch | metrisch, ordinal, nominal |
| Logistische Regression | eine oder mehrere | binär nominal; Varianten für mehr Kategorien | metrisch, ordinal, nominal |
Möchtest du nur eine Variable zur Vorhersage verwenden, kommt eine einfache Regression zur Anwendung. Ziehst du mehr als eine Variable heran, handelt es sich um eine multiple Regression. Ist die abhängige Variable nominal skaliert, kann je nach Anzahl und Ordnung der Kategorien eine binäre, multinomiale oder ordinale logistische Regression berechnet werden.
Ist die abhängige Variable metrisch skaliert, wird eine lineare Regression berechnet. Ob nun eine lineare oder nichtlineare Regression berechnet wird, hängt davon ab, ob ein linearer Zusammenhang zwischen den unabhängigen Variablen und der abhängigen Variable besteht oder nicht.
Unabhängige Variable der Regression
Egal welche Regression berechnet wird, das Skalenniveau der unabhängigen Variablen kann jegliche Form annehmen (metrisch, ordinal und nominal). Liegt jedoch eine ordinale oder nominale Variable mit mehr als zwei Ausprägungen vor, müssen sogenannte Dummy-Variablen gebildet werden.
Dummy-Variablen und Referenzkategorie
Wenn eine unabhängige Variable kategorisch ist, wird sie mithilfe binärer Dummy-Variablen kodiert, bevor sie in das Regressionsmodell aufgenommen wird.
Bei der Erstellung von Dummy-Variablen wird eine Variable mit mehreren Kategorien in mehrere Variablen mit jeweils nur zwei Kategorien umgewandelt.
Eine der Kategorien wird als Referenzkategorie festgelegt und für jede der übrigen Kategorien wird eine neue Variable erstellt.
Nehmen wir ein Beispiel, um dies zu veranschaulichen. Angenommen, du untersuchst die Auswirkungen des Bildungsniveaus in den USA (eine kategoriale Variable mit drei Stufen: High School, College und Graduate) auf das Gehalt. Um diese kategoriale Variable in ein Regressionsmodell aufzunehmen, muss sie als Dummy-Variable kodiert werden.
Angenommen, wir verwenden "High School" als Referenzkategorie und erstellen zwei Dummy-Variablen: is_college und is_graduate. Die Variable is_college nimmt beispielsweise den Wert 1 an, wenn die Person einen Collegeabschluss hat, und 0, wenn nicht.
Kontrollvariable
Bei der Regressionsanalyse ist eine Kontrollvariable (auch als "Kovariate" bezeichnet) eine zusätzliche unabhängige Variable, die in das Regressionsmodell aufgenommen wird, um mögliche Störfaktoren zu berücksichtigen. Kontrollvariablen helfen dabei, die Beziehung zwischen den interessierenden unabhängigen Variablen und der abhängigen Variable unter Berücksichtigung der im Modell enthaltenen Variablen zu schätzen. Einflüsse nicht beobachteter oder nicht aufgenommener Variablen werden dadurch nicht ausgeschlossen.
Die Einbeziehung von Kontrollvariablen kann in mehrfacher Hinsicht hilfreich sein:
- Verringerung der Verzerrung durch ausgelassene Variablen: Wenn es eine Variable gibt, die sowohl die abhängige Variable als auch eine der unabhängigen Variablen beeinflusst und nicht in das Modell aufgenommen wird, könnte der Koeffizient der unabhängigen Variable verzerrt sein. Die Einbeziehung der Kontrollvariable hilft, diese Verzerrung zu verringern oder zu beseitigen.
- Erhöhung der Genauigkeit: Die Kontrolle zusätzlicher Variabilitätsquellen kann die Restvarianz verringern und so zu genaueren Schätzungen führen.
- Berücksichtigung von Störeinflüssen: In vielen Fällen kann die Beziehung zwischen zwei Variablen aufgrund einer dritten Variable, die beide beeinflusst, verfälscht sein. Wenn du diese dritte Variable als Kontrolle einbeziehst, kann das helfen, die interessierende Beziehung weniger verzerrt zu schätzen.
Beispiel für Kontrollvariablen
Nehmen wir zum Beispiel an, du untersuchst die Wirkung von Sport auf die Gewichtsabnahme. Das Alter könnte auch einen Einfluss auf die Gewichtsabnahme haben (der Stoffwechsel verändert sich mit dem Alter) und es könnte damit zusammenhängen, wie viel jemand trainiert (vielleicht trainieren jüngere Menschen mehr). Wenn du das Alter ignorierst, könntest du fälschlicherweise den gesamten Effekt auf die Gewichtsabnahme dem Sport zuschreiben, obwohl das Alter auch eine Rolle spielt. Wenn du das Alter als Kontrollvariable in deine Regression einbeziehst, kannst du den Zusammenhang zwischen Sport und Gewichtsabnahme unter Berücksichtigung des Alters schätzen.
Vorüberlegungen
Es ist jedoch wichtig, dass du dir gut überlegst, welche Kontrollvariablen du in ein Modell aufnimmst. Die Einbeziehung irrelevanter Kontrollvariablen kann das Modell unnötig verkomplizieren und die Aussagekraft der Analyse verringern. Andererseits kann das Weglassen wichtiger Kontrollvariablen zu verzerrten Schätzungen führen. Angemessene theoretische Überlegungen und empirische Diagnosetests können bei der Auswahl der Kontrollvariablen helfen.
Korrelation und Kausalität in der Regressionsanalyse
Bei der linearen Regression kann die unabhängige Variable zur Vorhersage der abhängigen Variable verwendet werden, wenn eine Korrelation zwischen den beiden Variablen besteht. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass eine Korrelation zwischen zwei Variablen nicht unbedingt Kausalität bedeutet. Was bedeutet das also? Wenn hohe Werte der einen Variable mit hohen Werten der anderen Variable einhergehen, bedeutet das nicht, dass die Werte der einen Variable steigen, weil die Werte der anderen Variable steigen.
Beispiele für die Regression:
Einfache Lineare Regression
Wie hängt die wöchentliche Arbeitszeit mit dem Stundenlohn von Angestellten?
Multiple Lineare Regression
Wie hängen die wöchentliche Arbeitszeit und das Alter von Angestellten mit deren Stundenlohn?
Logistische Regression
Wie hängen die wöchentliche Arbeitszeit und das Alter von Erwerbstätigen mit der Wahrscheinlichkeit, dass sie Burnout gefährdet sind?
- Abhängige Variable
- Unabhängige Variablen
Korrelation und Kausalität bei der Regressionsanalyse
Im Falle der linearen Regression kann die abhängige Variable mithilfe der unabhängigen Variable vorhergesagt werden, wenn es eine Korrelation zwischen den beiden Variablen gibt. Was aber unbedingt beachtet werden muss, ist, dass eine Korrelation zwischen zwei Variablen nicht zwangsläufig Kausalität bedeutet. Was heißt das nun? Wenn hohe Werte der einen Variable mit hohen Werten der anderen Variable einhergehen, bedeutet das nicht, dass die Werte auf der einen Variable ansteigen, weil die Werte auf der anderen Variable ansteigen.
Wie wird eine Regression berechnet?
Du möchtest eine Regressionsanalyse berechnen? Dafür sind nur drei einfache Schritte notwendig:
- 1. Kopiere deine Daten in die Tabelle des Statistikrechners
- 2. Wähle den Bereich der Regression aus
- 3. Wähle eine abhängige Variable und eine oder mehrere unabhängige Variablen aus
Liegt bei einer der unabhängigen Variablen kategorisches Skalenniveau (ordinal oder nominal) vor, werden automatisch Dummy-Variablen erzeugt und eine Referenzkategorie wird definiert. Sobald eine Variable nur Zahlen enthält, erkennt der Statistik-Rechner von numiqo automatisch, dass es sich um eine metrische Variable handelt. Numerisch kodierte Kategorien können dabei fälschlich als metrisch erkannt werden; prüfe deshalb das erkannte Skalenniveau.
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