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Punktbiseriale Korrelation
Autor: Dr. Mathias Jesussek
Aktualisiert:
Die Punktbiseriale Korrelation ist ein Spezialfall der Pearson-Korrelation und untersucht den Zusammenhang zwischen einer dichotomen und einer metrischen Variable.
Was ist eine dichotome und was ist eine metrische Variable? Eine dichotome Variable ist eine Variable mit zwei Ausprägungen, zum Beispiel das Geschlecht mit männlich und weiblich oder der Raucherstatus mit Raucher und Nichtraucher. Eine metrische Variable ist z.B. das Gewicht einer Person oder das Gehalt einer Person.
Wenn du eine dichotome und eine metrische Variable hast und wissen möchtest, ob es einen Zusammenhang gibt, kannst du eine Punktbiseriale Korrelation verwenden. Natürlich solltest du vorher die Voraussetzungen prüfen, dazu aber später mehr.
Punktbiseriale Korrelation berechnen
Wie zu Beginn gesagt, ist die Punktbiseriale Korrelation ein Spezialfall der Pearson- Korrelation. Aber wie kannst du die Pearson-Korrelation berechnen, wenn eine Variable nominal ist? Schau dir das an einem Beispiel an.
Stell dir vor, du willst den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Lernstunden für eine Prüfung und dem Prüfungsergebnis (bestanden/nicht bestanden) untersuchen.
Du hast Daten von 20 Schülerinnen gesammelt, von denen 12 den Test bestanden und 8 nicht bestanden haben. Du hast die Anzahl der Stunden festgehalten, die jede Schülerin für die Prüfung gelernt hat.
Um die Punktbiseriale Korrelation zu berechnen, musst du zunächst das Prüfungsergebnis in Zahlen umwandeln. Du kannst den Schülerinnen, die den Test bestanden haben, den Wert 1 zuweisen und den Schülerinnen, die den Test nicht bestanden haben, den Wert 0.
Nun kannst du entweder die Pearson-Korrelation von Zeit und Prüfungsergebnis berechnen oder du verwendest die Gleichung für die Punktbiseriale Korrelation.
Punktbiseriale Korrelation und Pearson-Korrelation
Egal ob du die Pearson-Korrelation berechnest oder die Gleichung für die Punktbiseriale Korrelation verwendest: Du bekommst beide Male das gleiche Ergebnis.
Beispieldaten ladenSchau dir das kurz in numiqo an. Du hast die Lernstunden, das Testergebnis mit bestanden und nicht bestanden und das Prüfungsergebnis mit Null und Eins. Das Prüfungsergebnis mit Null und Eins definierst du als metrisch.
Wenn du nun auf Korrelation gehst und für diese beiden Variablen die Pearson-Korrelation berechnest, bekommst du einen Korrelationskoeffizienten von 0,31. Wenn du die Punktbiseriale Korrelation für Lernstunden und Prüfungsergebnis mit „bestanden“ und „nicht bestanden“ berechnest, bekommst du ebenfalls eine Korrelation von 0,31.
Punktbiserialer Korrelationskoeffizient
Genauso wie der Pearson-Korrelationskoeffizient r, schwankt der Punktbiseriale Korrelationskoeffizient rpbbp auch zwischen –1 und 1.
Wenn du einen Koeffizienten zwischen -1 und 0 hast, besteht eine negative Korrelation, also ein negativer Zusammenhang zwischen den Variablen.
Wenn du einen Koeffizienten zwischen 0 und 1 hast, besteht eine positive Korrelation, also ein positiver Zusammenhang zwischen den beiden Variablen. Wenn das Ergebnis 0 ist, liegt keine Korrelation vor.
Hypothesen
Oft willst du aber, ausgehend von einer Stichprobe, eine Hypothese über die Grundgesamtheit prüfen. Im Falle der Korrelationsanalyse kannst du prüfen, ob der Korrelationskoeffizient signifikant von 0 abweicht.
Die Hypothesen für die Punktbiseriale Korrelation ergeben sich damit zu:
- Nullhypothese: Der Korrelationskoeffizient r = 0 (Es gibt keinen Zusammenhang)
- Alternativhypothese: Der Korrelationskoeffizient r ≠ 0 (Es gibt einen Zusammenhang)
Punktbiseriale Korrelation und der t-Test für unabhängige Stichproben
Wenn du eine Punktbiseriale Korrelation berechnest, erhältst du den gleichen p-Wert, wie wenn du für die gleichen Daten einen t-Test für unabhängige Stichproben berechnen.
Egal ob du mit der Punktbiserialen Korrelation eine Zusammenhangshypothese prüfst oder mit dem t-Test eine Unterschiedshypothese: Du erhältst den gleichen p-Wert.
Wenn du in numiqo mit den Daten unter dem Tab "Hypothesentests" einen t-Test berechnest und die Nullhypothese hast: "Es gibt keinen Unterschied zwischen den Gruppen nicht bestanden und bestanden in Bezug auf die Variable Lernstunden", dann bekommst du einen p-Wert von 0,179 heraus.
Und genauso, wenn du unter dem Tab "Korrelation" eine Punktbiseriale Korrelation berechnest und die Nullhypothese hast: "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Lernstunden und Prüfungsergebnis", bekommst du auch einen p-Wert von 0,179 heraus!
In unserem Beispiel ist der p-Wert größer als 0,05, was meistens als Signifikanzniveau verwendet wird, und damit wird die Nullhypothese nicht abgelehnt.
Voraussetzungen für eine Punktbiseriale Korrelation
Bezüglich der Voraussetzungen bei der Punktbiserialen Korrelation musst du unterscheiden, ob du lediglich den Korrelationskoeffizienten berechnen möchtest oder ob du eine Hypothese prüfen möchtest. Um den Korrelationskoeffizienten zu berechnen, muss lediglich eine metrische Variable und eine dichotome Variable vorliegen.
Wenn du jedoch prüfen möchtest, ob der Korrelationskoeffizient signifikant von Null abweicht, muss die metrische Variable zusätzlich normalverteilt sein! Ist das nicht gegeben, können die Teststatistik t bzw. der p-Wert nicht verlässlich interpretiert werden!
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